Wies´nregatta 2012

Wies’n Regatta 2012: Never change a running system

Auch im Jahr 2012 folgte der SCIA bei seiner Herbstveranstaltung dem in den vergangenen Jahren bewährten Rezept: eine offene Regatta mit Klassenwertungen, Albert Fuchs als Wettfahrtleiter und die Sau am Spiess als Abendschmankerl. Dass dieses Rezept nicht falsch ist, bewies die Meldezahl von über 60 Schiffen, obwohl angesichts der Wettervorhersage für Samstag die Anzahl der plötzlich betreuungsbedürftigen Omas und unwilliger Schotten das Teilnehmerfeld auf ca. 50 Boote reduzierte. Während die HC16 nicht in Ranglistenstärke antraten, hatte sich mit 12 Schiffen ein erfreulich starkes HC14 Feld eingefunden und auch die beiden Formula Klassen konnten Ranglistenwertungen aussegeln. Das Yardstickfeld war von von Topcat-Booten mit einer leichten Beimischung von Hobie Fxone , Nacra F20 Carbon und Tornado Classic gekennzeichnet, so dass der SCIA am Wochenende die komplette Bandbreite aktueller und historischer Katamarantypen präsentieren konnte.

Da sich das Verkehrschaos auf dem Platz durch zackig kommandierende Einweiser in Grenzen hielt, fanden alle Boote, Trailer Wohnmobile, Wohnwagen, Zelte und Autos rechtzeitig ihr Plätzchen auf dem SCIA Gelände. Und mit reichlich Kaffee, Weisswürsten und Brezen im Bauch erschienen die Teilnehmer am Samstag auch bereits nach 45 Minuten an der Startlinie knapp südlich von Schondorf. Der prognostizierte Westwind und die unterschiedlichen Kurse der Bootsklassen stellten die Wettfahrtleitung jedoch vor extreme Herausforderungen. So sollten die Wartezeiten zwischen den Wettfahrten minimal sein, die Boote sich auf der Bahn möglichst nicht behindern und die HC14 und HC16 im Gegensatz zu allen anderen Klassen ein Dreieck segeln. Die Quadratur des Kreises löste Albert durch einen inner loop-outer-loop Kurs mit unterschiedlichen Ziellinien und schaffte das fast Unmögliche: die schnellen F18 und F16 Boote konnten unbehelligt von den langsameren und schwertlosen Booten ihre Runden drehen und man traf sich innerhalb weniger Minuten nach der ersten Wettfahrt wieder an der gemeinsamen Startlinie. Bevor das Feld jedoch wieder auf den Kurs geschickt werden konnte, öffnete ein schwarzes Ungetüm am Himmel sein Maul und verwandelte den Ammersee in eine Waschmaschine mit anschließendem Schleudergang. Nebenbei kühlte sich die Luft auf gefühlte Polartemperaturen ab, was nicht nur einige interessante Darbietungen zum Thema Aufwärmübungen auf diversen Schiffen zur Folge hatte, sondern auch das Teilnehmerfeld spürbar dezimierte. Nachdem sich die Winddreher wieder auf ein erträgliches Maß beruhigt hatten, gönnte Albert den Tonnenlegern eine Pause und startete eine weitere Wettfahrt. Den eher windarmen Sonntag vorausahnend, schloss sich noch eine dritte Wettfahrt an, deren Verlauf aufgrund der Winddreher von einem Teilnehmer mit dem Begriff „Topfschlagen“ kommentiert wurde. Komisch nur, dass auch bei den „Würfelwettfahrten“ fast immer die guten Segler die Nase vorn hatten.

Während bei den HC 14 und HC16 die bekannten oberbayerischen Lokalmatadoren Jochen Deicke und Hanno Hardt souverän das Feld anführten, sahen sich die hiesigen F18- und die F16-Schiffe mit starker Konkurrenz aus dem Allgäu und vom Bodensse konfrontiert. So gingen in den beiden Formula-Klassen die Siegerpokale an Mannschaften des TSG Lindau-Zech. Gerd Schmitzer und Thomas Landsbeck holten auf Nacra Infusion den F18 Hammer, das mixed Team Markus Enzenzperger und Katrin Brunner siegten auf Nacra F16 vor dem SCIA Team Katrin Santiago/Tom König auf AHPC Viper. Die Yardstickwertung ging hingegen an den SCIA, der mit Wolfgang und Denise Böhm auf Hobie Fx-one in drei Läufen zwei erste Plätze belegte. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die Leistung von Basti Sieber, der sich mit gerade mal 13 Lenzen auf seinem Topcat K3 im Mittelfeld behauptete und vom Team Kim-Patrick Tolsdorf und Vreni Vorderwülbecke, die in ihrer ersten F18 Saison bereits einzelne Wettfahrten gewinnen.

Diese überaus erfolgreiche Veranstaltung wäre ohne die vielen Helfer vor und hinter den Kulissen nicht durchführbar gewesen. Allen Clubmitgliedern, die sich auf dem Wasser und an Land mit bewundernswertem Einsatz engagiert haben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Die Ergebnisse sind auf der website einsehbar.

Tom König