Wiesnregatta 2015

Wiesnregatta 2015: Fahrstuhlfahren mit Freunden

Der Ammersee zeigte sich am Wochenende von seiner besten Seite: Winddreher, gerne auch über 30 Grad und Böen, bei denen der Luvrumpf mit der Mannschaft (manchmal auch ohne) schneller abhebt, als die Grossschot durch die Klemme flutscht, machten die Regatta mal wieder zu einem nachhaltigen Erlebnis. Die Windverhältnisse ermöglichten sogar die eher seltene Übung der Kenterung nach Luv. Boote vom Hobie 14 über die Formula Kats bis zum Foiler und ein Teilnehmerfeld von 44 Schiffen machten darüber hinaus auch die Verkehrsregelung auf der Bahn zur kniffligen Aufgabe für die Wettfahrtleitung. Doch mit dem bewährten Innerloop-Outerloop Konzept einschließlich Raumtonne für die Hobie 14 kamen sich die unterschiedlichen Schiffe auf dem Revier kaum in die Quere, selbst als einige Mannschaften zeitweise den Überblick verloren und die falsche Reiseroute wählten. Dass dies nicht von protestierenden Konkurrenten, sondern den beteiligten Teams selbst angezeigt wurde, zeugt von dem hohen Maß an Fairness auf der Bahn.

Klassenwertungen wurden für die HC14, HC16, F18 und F16 ermittelt, die anderen Boote (A-Cat, Nacra 17 und ein Dart 18) starteten unter Yardstick-Wertung. Hier segelten Markus Enzensperger und Katrin Brunner allen anderen souverän mit einer kompletten Einserserie davon. Bei den F18 zeigte der WM-Silverfleet Champion Gert Schmitzer vom Bodensee mit Crew Mike Noorlander der Konkurrenz mal wieder die Hecks (kann den nicht mal jemand überholen?) vor Uwe und Korry Heinecke und dem SCIA-Team Torsten Scheller/ Peter Schablitzky.

Daß Norddeutsche auch bayrisch (segeln) können, zeigte HC 16 Seglerin Sabine Delius-Wenig mit Ehemann Ingo an der Vorschot, die souverän die HC 16 Wertung vor dem Team Christian Hönes/ Cecile Saladin gewannen. SCIA Mitglied Hanno Hardt, der wechselweise seine beiden Söhne an Bord hatte, gelang mit dieser Mannschaftsaufstellung Platz 3. Bei den Hobie 14 sicherte sich Dirk Witt vor Simon Strohall und Jochen Deicke den obersten Patz auf dem Treppchen.

Interessant war die Regatta auch für die F16 Segler, die bekanntlich wahlweise Einhand oder Zweihand starten dürfen. Die eher moderaten Windbedingungen am Samstag nutzte Marc Kühn, der einhand mit seinem Falcon gemeldet hatte, um die Spitze des F18 Feldes Feldes aufzumischen. Beim sonntäglichen Fahrstuhlfahren und Böen über 15 Knoten fehlten dann wohl ein paar Hände, um Mastrotation, Cunningham, Grossschot und Pinne gleichzeitig zu bedienen und. Ähnlich erging es wohl Stefan Dorfner, der ebenfalls auf einen Vorschoter verzichtet hatte und mit der Kombination von wenig Bootsgewicht und viel Segelfläche ebenfalls ordentlich beschäftigt war. Somit segelte Katrin Santiago mit Tom König an der Vorschot knapp auf Platz eins und verwies Marc und Stefan auf die Plätze zwei und drei.

Im Rahmen der Regatta fand am Samstag Abend nach dem obligatorischen (Teil-) vertilgen der Sau am Spieß eine Versteigerung zugunsten des Projektes Segelrebellen statt. Dieses Projekt ermöglicht Krebspatienten die Teilnahme an Segeltörns und damit eine Auszeit von der Beschäftigung mit diesem furchtbaren Thema. Die Sponsoren Stadtwerke Fürstenfeldbruck, Münchner Kindl, Kappelmann Catamaranvertrieb, 5-Seen Wassersport und das SCIA Mitglied Joachim Hümmler unterstützen auch diese Initiative tatkräftig, wofür ihnen an dieser Stelle herzlich gedankt wird. Aber auch die Helfer auf dem Wasser, an Land und vor allem in der Küche lieferten wieder perfekte Arbeit ab. Ohne sie wäre das Event nicht zu stemmen. Und ohne unseren besten Wettfahrtleiter Albert Fuchs natürlich auch nicht.

Ergebnisse und Bilder finden sich unter www.scia-ammersee.de/regatta/ergebnisse.

 

Tom König, Pressesprecher

 

alle Bilder: Daniel Wimmer