Ernst-Hans Regatta 2019

Ernst Hans Regatta oder „Sau-gut-Segeln“

Trotz Ölzeug und Mütze fand der Regen akkurat seinen Weg in den kleinen Spalt zwischen Hals und aufgestelltem Kragen und so war schon der kurze Schlag über den See von Eching nach Inning ein ganz besonderes Vergnügen. Vorfreude auf diese Regatta gab es ja reichlich, denn neben einem Wetterbericht, der auch tatsächlich von messbaren Stärken sprach, waren auch eine stattliche Anzahl von Kombattanten gemeldet und die Aussicht auf reichlich Punkte ließ dann auch nur wenige auf eine Teilnahme verzichten.

Bestens auf den Ansturm vorbereitet wurden die Segler von mehreren hilfreichen Motorbooten zu Kaffee und lecker Kuchen in den Club transferiert wo uns dann sehr verständlich einmal mehr der geplante Ablauf der Wettfahrt und die Feinheiten der nahezu unbekannten Kringel-Protokolle nahe gebracht wurde.  

Die vorbildlich einfache bildliche Darstellung der Bahn war dann doch in der Umsetzung auf dem Wasser etwas schwieriger und verlangte dem Wettfahrtleiter und seinen „Mannen und Weibern“ einiges ab. Warten, probieren, ändern… Ein hoch auf dieses Team, das nicht einfach einen Anlieger auslegt, sondern mit allen Mitteln für eine spannende Wettfahrt sorgt und bis zum letzten versucht und herumzirkelt!

Und so ging es bei sehr löchrigem Wind auf die erste Kreuz. Halt, das muss an dieser Stelle eingeschoben werden. Die Armada von zehn U20 ließ es sich natürlich nicht nehmen, das Feld gekonnt vor der Zeit über die Linie zu locken. Die „kleine Schwarze“ sorgte dann im zweiten Anlauf für mehr Zurückhaltung, wobei auch hier der unbändige Siegeswille den einen und den andren erneut über die Linie drängte. An dieser Stelle deshalb der herzliche Dank für den Mut und den Einsatz unmittelbar neben dem Schiff diese perfekte Abdeckung des Wettfahrleiters zu ermöglichen…

Die Wettfahrt war kurz und entsprechend war das Feld nicht wirklich auseinandergezogen als es die Luvtonne erreichte. Es soll deutliche hörbare Worte bei den Tonnenmanövern gegeben haben, aber der Aushang der Kringel-Protokolle blieb bis zum Schluss verweist, was doch auf faires segeln hinweist.

Die Wettfahrt 2 war dann schon schwerer zu imaginieren und unser Wettfahrtleiter bewies wieder ein gutes Händchen mit der Tonnenlage. Zunehmender Wind lies allerding bereits einige Mannschaften die Vorwind-Garderobe reduzieren.

Und dann diese 3. Wettfahrt. Keinen Euro hätte ich darauf gewettet, dass dieser Südwind, verbleibend aus einer Regenwolke für eine Wettfahrt reichen würde aber es gelang erneut und auch dieser Lauf war unter reellen Bedingungen im Sack.

Schöne knackig kurze Wettfahrten machten allen sehr viel Spaß und so war die Stimmung fast ausgelassen als es zum Schluss der Sau an den Kragen ging. Ja, das können die Inninger! Segeln und Rahmenprogramm, getragen von vielen gut gelaunten Helfern, in perfekter Harmonie!

Mit dem wohligen Gefühl von reichlich Kartoffelsalat und herrlich durchwachsenem Schwein im Bauch hätte sich diese Siegerehrung noch ewig hinziehen können, doch irgendwann war dann auch der letzte Pokal für Klasse,  Gruppe und Sonderwertung vergeben und es war klar dass es einmal mehr Jollen und Jollenkreuzer Wetter war. Dir Ulli die Gratulation zum Sieg und den Inningern ein Dank für diese schöne Regatta.

Und im Hinausgehen habe ich von Seglern vernommen, dass sie wohl im Nächsten Jahr sicher wiederkommen werden und das ist doch die beste Grundlage für die dann sicher 50 Starter und die passende „Mega-Sau“.

Stephan Kaiser GER  441